Hessen-Darmstadt in den Revolutionskriegen - 25. April 2017

Christian Vogel, der Vorsitzende der Vereinigung für Heimatforschung, referierte im Rahmen der Vorstellung seines neuen Buches über das Thema „Hessen-Darmstadt in den Revolutionskriegen“.

Das Buch ist ganz aktuell im Verlag der Vereinigung für Heimatforschung in Vogelsberg, Wetterau und Kinzigtal erschienen. Seine 2 Bände haben insgesamt 1010 Seiten (Seiten I-XXXVI Inhaltsverzeichnis und Zeittafel, 936 Seiten Text und 33 Seiten Quellenverzeichnis und Register) mit 311 Abbildungen bzw. Faksimiles, 12 Karten sowie insgesamt fast 3000 Fußnoten. In Band I sind dargestellt die Verhältnisse in der Landgrafschaft zur Zeit der Revolutionskriege, Biografien in ihr tätiger Personen und ihr Kriegseintritt in den Jahren 1790-92, in Band II der Fortgang der Revolutionskriege in der Landgrafschaft in den Jahren 1793-99 und ihr Kriegsaustritt in Neutralität.

Das Buch war nicht von Anfang an geplant, es ist sukzessiv im Laufe von zwei Jahrzehnten in Fortsetzungen entstanden. Am Anfang stand der Urbeitrag „Rückzug der Sambre-Maas-Armee und die Zerstörung Lißbergs“. Es folgten ganz unterschiedliche Fortsetzungsreihen in Teilen der Artikelserie von 365 Folgen der Wetterauer Zeitung „Vor 200 Jahren Krieg in der Wetterau“ und in 5 Artikeln im Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde. Am Ende stand – im Verlauf alle Planungen sprengende - systematische Ergänzung. Direkt wären diese Dimensionen nicht in Angriff genommen worden.

Für das Buch verwertet wurde das gesamte verfügbare (in großen Teilen in französischer Sprache abgefasste) Archivmaterial. Hauptsächlich liegt es im Staatsarchiv Darmstadt, hinzu kommt erhebliches Material in den Staatsarchiven Marburg, Berlin, Wernigerode, Wiesbaden und Würzburg sowie in Frankreich im Archiv des französischen Außenministeriums in Paris und im Kriegsarchiv in Vincennes. Benutzt wurden außerdem die Stadtarchive in Darmstadt, Frankfurt und Friedberg sowie das Kriegsarchiv in Wien. Vor allem im Staatsarchiv Darmstadt sah sich der Verfasser mit einem Mehrfachen an Material konfrontiert als ursprünglich eingeschätzt werden konnte. Die meist ältere Literatur war zwar zum größten Teil über das Internet leichter oder überhaupt erst zugänglich. Gleichzeitig hat aber das Internet umfangreiche Recherchen ermöglicht, wie sie früher nicht möglich gewesen wären. Dies gilt insbesondere auch für biographische Angaben. Überhaupt wäre ohne die Mittel der modernen Textverarbeitung ein solches Buch nicht zu machen gewesen.

Das Buch untersucht in erster Linie den Ablauf der Revolutionskriege in einem einzelnen Staat des alten deutschen Reiches. Von der Sache her bot es sich an, einen einzelnen Staat beispielhaft zu behandeln. Das vorhandene Material vollständig aufzuarbeiten, war aber auch nur für einen einzelnen Staat machbar. Der notwendige Hintergrund in Europa und in Deutschland wird indes völlig neu erarbeitet geboten, ebenso in Kurzfassung der Ablauf der Revolutionskriege in unserer gesamten Region, vor allem in den beiden anderen großen Nachbarstaaten Kurmainz und Hessen-Kassel. Wer sich in der Region mit dem Ablauf der Revolutionskriege in anderen Territorien befassen will, dem bietet das Buch daher einen Rahmen.