Jüdische Friedhöfe in Oberhessen - 17. November 2016

Dr. Bernd Vielsmeier referierte über jüdische Friedhöfe in Hessen.  „Die verlorenen Welten“, so lautet der Titel eines Buches von Arthur E. Imhof, das 1984 erschienen ist. Eine dieser verlorenen Welten ist die des aschenkasischen Stadt- und Landjudentums in Hessen vor 1938. Nach der Zerstörung von Gebäuden und Friedhöfen der jüdischen Gemeinden in Hessen durch die Nationalsozialisten und die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs sind vor allem jüdische Grabsteine in großer Zahl erhalten geblieben. In Hessen bestehen heute noch ca. 350 jüdische Friedhöfe mit schätzungsweise ca. 200.000 Grabsteinen. Die ältesten Steine stammen aus dem 13. Jahrhundert. Neben schriftlichen Quellen und erhaltenen Gebäuden wie Synagogen und Mikwen sind es vor allem die jüdischen Friedhöfe mit ihren Grabsteinen, die Aufschlüsse über die jüdische Bevölkerung, ihre Kultur sowie ihre gesellschaftliche und religiöse Organisation ihrer Gemeinden geben. Die Grabinschriften enthalten Informationen zu den Verstorbenen und ihrem Leben, manche enthalten Typisches oder Außergewöhnliches. Schwerpunkt des Vortrags bildeten die Friedhöfe der jüdischen Gemeinden in Oberhessen.