Die wandelbare Auenlandschaft der Wetterau - 17. November 2015

Frank-Uwe Pfuhl referierte im Büdinger Heuson-Museum.

„Man kann nicht zweimal in den selben Fluss steigen“, das stellte bereits der griechische Philosoph Heraklit vor rund 2.500 Jahren fest. Eine Beobachtung, zu der auch der Landschaftsökologe Frank Uwe Pfuhl an die Wetterauer Flüsse einlädt.

Dank der Bemühungen um die Renaturierung der Flüsse gibt es immer mehr Abschnitte an Usa, Wetter, Horloff, Nidda, Nidder und Seemenbach, die ihre natürliche Dynamik zurückerhalten haben. Begradigungen der Vergangenheit werden rückgängig gemacht, die Flüsse können in einigen Abschnitten wieder frei mäandrieren und so verändern sie ihr Aussehen nach jedem Hochwasser. Da werden Prallufer abgetragen, neue Inseln entstehen. In seichten Bereichen tummeln sich wieder Jungfische, sogar die beinahe ausgestorbene Sumpfschildkröte findet allmählich zurück in ihre alten Reviere.

Seit ein paar Jahren nagt sich auch der wohl größte Landschaftsbaumeister der einheimischen Tierwelt, der Biber, durch die Ufergehölze. Er fällt Bäume, staut einzelne Gewässerabschnitte und gräbt sich unter Wasser in die Böschungen. Wo sonst teure Baggerarbeiten notwendig sind, renaturiert der Biber zum Nulltarif.

Auch aus Gründen des präventiven Hochwasserschutzes können die Wiesen der Auenlandschaft bei Hochwasser wieder überflutet werden. Davon profitiert der Weißstorch, der die Wetterau mit 50 Brutpaaren zurückerobert hat.

In zahlreichen Bildern nahm Frank Uwe Pfuhl die Zuschauer mit zu einer kleinen Reise durch die wandelbare Auenlandschaft der Wetterau. Dabei wurde insbesondere der Seemenbach um Büdingen ins Bild gesetzt.