Kriegsende in der Wetterau - 09. Juni 2015

Dr. Klaus Rack referierte im Büdinger Heuson-Museum.

Als am 7./8. Mai 1945 die Gesamtkapitulation aller deutschen Streitkräfte in Reims bzw. Berlin-Karlshorst vollzogen wurde, endete der Zweite Weltkrieg in Europa. In der Wetterau ging der Kriegs allerdings bereits fünf Wochen zuvor, um Ostern, mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen zu Ende. Bis zur Einstellung aller Kriegshandlungen im Reichsgebiet hatte die US-Besatzungsmacht in den Wetterau-Orten bereits neue Bürgermeister und auch einen neuen Landrat im Kreis Friedberg eingesetzt und die bisherigen NS-Amtsträger abgelöst.

Die dramatischen letzten Tage und Stunden vor und während des Einmarsches von US-Soldaten um Ostern 1945 standen im Zentrum des Vortrages von Dr. Klaus-Dieter Rack (Archivdirektor, Hessisches Staatsarchiv Darmstadt). Es waren mancherorts hochbrisante Tage des Übergangs von der zusammenbrechenden Nazi-Diktatur bis zur Errichtung einer gefestigten Ordnung durch die US-Besatzungsmacht. Vor allem durch den Durchzug einer Waffen-SS-Division quer durch die Wetterau nach Osten - hinter den Linien der nach Norden vorbrechenden US-Panzer - entstanden brandgefährliche Situationen in einzelnen Orten, in denen schon weiße Fahnen als Signal der Aufgabe hingen.