Eine Stadt leidet unter Krieg und Pest - 24. Februar 2015

Dr. Volkmar Stein referierte zur Geschichte der Stadt Büdingen von 1543 bis 1806.

In der Tat war die kleine Residenzstadt in diesen zweieinhalb Jahrhunderten immer wieder das wehrlose Opfer der Armeen der Kriegsparteien – sei es im Dreißigjährigen Krieg, im Siebenjährigen Krieg oder in den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich. Und bis ins 17. Jahrhundert gab es furchtbare Pestepidemien. In den Gestalten der Grafen Wolfgang Ernst und Ernst Casimir I. erschienen die letzten bedeutenden Stadt- und Landesherren, aber auch sie konnten nicht verhindern, dass in diesen Jahrhunderten die Bedeutung der Stadt und des kleinen Territoriums, dessen Residenz sie war, sank. Woran das lag, wird bedacht werden. Die Rede wird auch sein von einigen bedeutenden Ereignissen und Zuständen – der „Zweiten Reformation“, den beiden gegenläufigen Migrationsbewegungen des 18. Jahrhunderts, vom Absolutismus und seiner Büdinger Spielart, von Büdinger Toleranz und Intoleranz, vom Niedergang der kommunalen Selbstverwaltung. Und schließlich wird zu berichten sein, dass Napoleon, der „Weltgeist zu Pferde“, 1806 auch den bescheidenen Glanz der kleinen Residenzstadt verlöschen ließ.