Kämpfer gegen die Hexenverfolgung: Anton Praetorius - 28. August 2013

Hartmut Hegeler stellte Leben und Wirken von Anton Praetorius vor, illustriert durch eine packende Multi-Media-Präsentation.

"Man solle sey brengen in dat fur fur und verbernen sy to aschen."

"Man soll verbrennen sie zu Tode"

Die Hexenprozesse sind ein dunkles Kapitel der Geschichte des christlichen Abendlandes.

Das kann nur Teufelswerk sein! Davon waren die Menschen vor 400 Jahren überzeugt, wenn ein Familienmitglied krank wurde oder eine Milchkuh starb. In Zeiten großer Not und großer Katastrophen suchte man, heute wie damals, Sündenböcke – und man fand sie. Über den Zeitraum von 350 Jahren wurden Menschen beschuldigt, von Gott abgefallen zu sein und sich einer geheimen Vereinigung von Satansanhängern angeschlossen zu haben - der Hexensekte. Die Kirchen forderten gemäß der Bibel die Todesstrafe für Zauberer und Hexen.

Doch gegen die Hexenverfolgung erhoben sich immer wieder Stimmen von einzelnen Christen, oft unter dem Risiko selbst verfolgt zu werden. Anton Praetorius, Pfarrer und fürstlicher Hofprediger beim Fürsten von Büdingen und Birstein, gelang es durch seinen persönlichen Einsatz, eine Frau aus der Folterkammer in einem Hexenprozess zu befreien. 1602 veröffentlichte er als erster protestantischer Geistlicher ein mutiges Buch gegen Folter und Hexenverfolgung unter seinem eigenen Namen. "Unter den verdienstvollen Männern, die im 16. und 17. Jahrhundert der damals in Deutschland so schrecklich wütenden Hexenverfolgung mutig entgegentraten, gebührt eine Ehrenstelle dem wackeren Anton Praetorius", schrieb der Forscher Nikolaus Paulus vor hundert Jahren.

Obwohl er es in seinem Leben nicht leicht hatte, hat Praetorius das bewiesen, worum wir uns heute im Kampf um mehr Menschlichkeit immer wieder bemühen sollten: Glauben und Zivilcourage.