Heilkunst im Mittelalter - 16. Juli 2013

Am 16. Juli referierte die Kunsthistorikerin und Ausstellungsmacherin Dr. Alice Seliger über „Heilkunst im Mittelalter“. Der Vortrag führte in die vielfältige Welt der mittelalterlichen Heilkunst, die oft von Aberglauben und magischen Praktiken bestimmt war. Zugleich besaßen die Mönchsärzte jedoch schon erstaunliche Kenntnisse zur Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und die chirurgischen Fähigkeiten von Badern, Feldschern und Barbieren steigerten sich mit ihrer Erfahrung. Von der Heilkunst Hildegard von Bingens und dem Mönch Wahlafrid Strabo und seinem Klostergarten auf der Insel Reichenau wurde berichtet, beliebte Heilmethoden wie der Aderlass, das Schröpfen und das Kauterisieren (Brennen) beschrieben.

Für ihre Diagnosen beriefen sich die Heilkundigen auf die Harnschau. Die antike Philosophie der „Viersäftelehre“ lag den mittelalterlichen Vorstellungen zur Heilkunst zugrunde. Die Klostermedizin beschäftigte sich systematisch mit der Wirkung von Heilkräutern, von denen viele heute noch verwendet werden. Doch verheerenden Seuchen wie der Pest stand man hilflos gegenüber, denn Ursachen und Übertragungswege vieler Erkrankungen waren noch unbekannt.